Kerem Kurk, geboren in Istanbul, wurde schon während seiner Studienzeit an der Manhattan School of Music in New York mehrfach engagiert, unter anderem als Rossinis Almaviva.  Vor seinem Abschluss sang er den Tito „La Clemenza di Tito“ unter der Leitung von Julius Rudel in New York City in 2002 mit großem Erfolg.

 

Unmittelbar nach Ende seines Studiums in New York wurde Kurk ins Internationale Opernstudio des Opernhauses Zürich eingeladen.  Dort wirkte er in zahlreichen Produktionen mit, unter diversen Dirigenten wie Christoph von Dohnanyi, Marcello Viotti und Marie-Jeanne Dufour und studierte privat bei Nicolai Gedda.   Die Neue Zürcher Zeitung nannte Kurk, in deren Kritik des Studioschlußkonzerts, wo er unter anderen den Don Ottavio sang, einen “Star von morgen” (9/7/2003).  

 

Für seinen Belmonte an den Bad Hersfelder Festspielen hatte Opernwelt (11/2003) folgendes: ”ein Mozarttenor erster Güte mit tenoralem Schmelz und schöner Legatokultur”.  In der Zwischenzeit war Kurk auch in Colorado in den USA tätig, wo er Ferrando in “Cosi fan tutte”, Peter Quint in Brittens “Turn of the Screw”, Chevalier de la Force “Dialogues des Carmelites” von Poulenc und Jupiter in Haendels “Semele“ verkörperte.

 

Nach einem Workshop mit Peter Konwitschny in 2003 seiner Don Giovanni Inszenierung in Zürich wurde Kurk von der Komischen Oper Berlin für zwei verschiedene Neuproduktionen verpflichtet.  Dort gab er  2004 den Oronte in Handels “Alcina” in der David Alden Inszenierung unter der Leitung von Paul McCreesh und die Tenorrolle in der Weltpremiere einer neu entdeckten Telemann Oper “Pastorelle” zu auszeichnenden Kritiken von der Berliner Presse. Andere Gastspiele führten ihn als Alfredo nach Theater für Niedersachsen und als Cassio nach Kaiserslautern.

 

Für seine Mitwirkung im “Messias” mit der renommierten alte Musik Ensemble Boston Baroque wurde seine `süße und schmetternde Stimme´ von der Boston Globe gelobt (12-07).  Mit Boston Baroque reiste er auch zum Casals Bach Festival nach Puerto Rico für den “Magnificat” und wirkte auch im Requiem von Michael Haydn mit. In 2009 debutierte Kurk in Belgien in der “H-Moll Messe” von Bach mit der Charlemagne Orchester und Brüsseler Chorgesellschaft.

 

Ab 2009 kehrte Kurk wieder nach Europa für den Almaviva an den Alden Biesen Burgfestpielen in Belgien. Für das Theater Vopommern gab er in 2010-2011 den Eisenstein und den Alfredo.  Im Rahmen der Ostseefestspiele nahm er auch an einer italienischen Operngala teil, wo er in Arien und Ensembles u.a. als Rodolfo, Don Ottavio und Edgardo mitwirkte.  Der Neue Merker aus Wien hatte folgendes für seinen Gesang an der Gala:  

 

“Und noch ein Sänger, den anzuhören man nur empfehlen kann (selbst Herren von der Größenordnung wie Meyer 1 und Meyer 2 in Wien, wobei sich letzerer alle zehn Finger abschlecken könnte, hätte er einen solchen Tenor in seinem Haus): Der Türke Kerem Kurk bietet Kraft, Timbre, Technik, prächtige Höhe, vollen Persönlichkeitseinsatz und war mühelos der Star des Abends – als Ottavio, als Edgardo, als Rudolf, als Alfred: Immer, wenn er auf der Bühne stand, herrschte herausragendes Opernglück. Wenn er stets in solcher Form ist, sollte er bald größere Bühnen im Sturm erobern.

 

In der Spielzeit 2011-2012 bereicherte er sein Repertoire mit diversen Hauptrollen wie Tom Rakewell in Strawinskys “The Rake’s Progress”, Lenski in Eugen Onegin und Idomeneo.  Anfang Spielzeit 2012-2013 wurde er Mitglied am Staatstheater Schwerin, wo er mit Pinkerton anfing und dann den Edwin in Csardasfürstin gab.  In der 9. Symphonie von Beethoven machte er auch sein Debut an der Kölner Philharmonie.  Dann folgten Lenski in “Eugen Onegin” und Alfred in “Die Fledermaus” - das letztere bei den Schlossfestspielen in Schwerin. 

 

In der Spielzeit 2013-2014 sang Kurk nebst Wiederaufnahmen von der vorangegangenen Saison, den Howard Boucher in "Dead Man Walking" und  den Ismaele in “Nabucco" bei den Schlossfestspielen in Schwerin.

 

In der Spielzeit 2014-2015 sang Kurk den Lenski und Alfredo (Schlossfestspiele 2015)  in Schwerin und nahm an vielen Opern- und Operettengala Abenden sowie an Beethovens 9. Symphonie teil.  April 2015 sang er seinen ersten Turiddu konzertant mit der Singakademie Potsdam. In April 2016 machte Kurk seinen Rollendebut als Yilmaz in Ludger Vollmers Oper "Gegen die Wand" basiert auf dem gleichnamigen preisgekroenten Film von Fatih Akin.

 

In November 2016 hat er im Rahmen der Metropolitan Opera Guild Veranstaltungen in New York  "Fuor del mar" aus Mozarts Idomeneo  gesungen.  Im Fruehjahr 2017 trat Kurk als Solist in Yunus Emre Oratorium von Saygun und Beethovens Neunte mit Winifridia Fulda  auf.  Dieses Konzert wurde von der Hessichen Rundfunk aufgenommen und uebertragen.  Im Konzerthaus Berlin hat Kurk in Mai 2017 wieder  das Yunus Emre von Saygun diesmal mit der Berliner Capella gesungen.